
23. Cornelia Schleime
Cornelia Schleime (*1953 in Ost-Berlin) zählt zu den eigenständigsten Künstlerinnen ihrer Generation. Ihr Werk umfasst Malerei, Performance, Film und Literatur – und ist geprägt von einem kompromisslosen künstlerischen Willen zur Selbstbehauptung.
In der DDR ausgebildet, entwickelte sie früh eine radikal persönliche Bildsprache. Zeichnung und Malerei verstand sie stets als offenen Prozess: ein Kratzen, Ritzen, Übermalen – ein Arbeiten ohne festgelegtes Konzept, gespeist aus Intuition und innerer Notwendigkeit. Noch vor ihrem Diplom erweiterte sie ihre Kunst um Performances und experimentelle Filme, in denen sie – oft subtil, oft drastisch – gesellschaftliche Enge und weibliche Rollenbilder thematisierte.
Nach einem Ausstellungsverbot verließ sie 1984 die DDR. Ein Großteil ihrer frühen Arbeiten ging verloren. Doch gerade dieser Bruch führte zu neuen Werkphasen: Übermalte Postkarten, irritierende Bildfindungen und später ihre charakteristische Malerei mit Schellack und Acryl zeigen eine Künstlerin, die sich immer wieder neu erfindet.
Heute lebt und arbeitet Cornelia Schleime in Berlin. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und international gezeigt.
Manuel Koch spricht mit einer Frau, die sich nie hat kleinmachen lassen — nicht vom Staat, nicht von Männern und auch nicht vom Kunstbetrieb.


























